Schneesichere Skiwege erhalten - GZ vom 28.10.2008
Geschrieben von admin am 03. November 2008 11:12:45
GZ vom 28.10.2008 - Bericht von Bettina Ebeling
Schneesichere Skiwege erhalten

Bauausschuss Altenau und Samtgemeinde Oberharz: Kritik an weiterer Schließung von Nationalpark-Wegen

Bis zum 15. November sollen Gemeinden und regionale Gruppen sich zum ersten Diskussionsentwurf für eine Aktualisierung des Nationalpark-Wegeplans äußern. Der Bau- und Umweltausschuss Altenau schloss sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig der kritischen Stellungnahme an, die die Samtgemeinde Oberharz zu den Vorschlägen der Nationalparkverwaltung erarbeitet hat.
Das im August von dieser versandte Abstimmungspapier enthält einige Veränderungen des Wanderwege- und Loipennetzes, die aus touristischer und skisportlicher Sicht von der Samtgemeinde für problematisch gehalten werden. Fachdienstleiter Dieter Spormann unterstrich, dass es sich noch nicht um das förmliche Beteiligungsverfahren handele, sondern nur um ein erstes Diskussionspapier. Zu diesem stellt die Samtgemeinde fest, dass das Wanderwege- und Loipennetz in den vergangenen 30 Jahren aus überwiegend Naturschutzgründen bereits um etwa 50 Prozent reduziert worden sei - und damit in einem Maß, das „sowohl touristisch als auch sportlich existenziell relevant" sei. „Eine weitere Aufgabe von Wegen ist, wenn überhaupt, nur noch verbunden mit einem entsprechenden Ausgleich denkbar."


Loipen sind gefährdet

Die Aufgabe von hochgelegenen und damit einigermaßen schneesicheren Skiwegen wie dem am Okerstein, der 1999 nach mühsam ausgehandeltem Kompromiss unter Einsatz von Personal und Sachmitteln der Bergstadt Altenau angelegt worden war, oder der Sandweg-Loipe (wegen ihrer Nordhanglage schneesicher und Teil einer touristisch wichtigen Rundstrecke) lehnt die Samtgemeinde ab. Zudem möchte sie im neuen Entwurf klar verankert wissen, dass „der Rückbau von Wegen, die als Ausgleich für die Beschneiungsanlage im Landesleistungszentrum Sonnenberg aufgegeben werden, ursächlich mit der Bestandskraft des Genehmigungsbescheides für Sonnenberg verbunden ist". Das betrifft etwa den Skiwanderweg Hopfensäcke.
Gegen vorgeschlagene Rückstufungen einiger Wege hat die Samtgemeinde vom Grundsatz her keine Bedenken, weist aber darauf hin, dass bei Loipen die „technische Funktion" - etwa die Befahrbarkeit mit Spurgeräten - erhalten bleiben müsse. Bauausschussmitglieder betonten dazu, dass es ebenso wenig zur Schließung von Rettungswegen kommen dürfe.

Schutzhütte gewünscht

Gerhard Lindemann (CDU) regte an, die Wiederherrichtung der Schutzhütte Quitschenberg in die Stellungnahme mit aufzunehmen. Sie war bis zu ihrem Abriss für Wanderer auf der Strecke Torfhaus-Brocken ein gern genutzter Unterstand. Die neu eingerichtete Hütte am Dreieckigen Pfahl nütze diesen Wanderern nichts, „dort kommen sie gar nicht lang", so Lindemann.
Bürgermeister Alexander Ehrenberg (SPD) warnte vor der an einigen Stellen in Betracht gezogenen Zusammenlegung von Loipentrasse und Wanderweg: Hier seien Konflikte zwischen beiden Nutzungen programmiert. Ebenfalls problematisch aus seiner Sicht: die vom Nationalpark vorgeschlagene Herabstufung der Nordanbindung zur Ackerstraße von einem „gut ausgebauten Forstweg" zu einem Waldweg der Kategorie 2 (unbefestigt) oder einem Pfad der Kategorie 1. Damit würde, nachdem im alten Wegeplan bereits der Südteil zurückgestuft worden sei, auch von Norden her die Ackerstraße für Leute mit Kinderwagen oder Gehbehinderte nur noch schwer oder gar nicht mehr erreichbar werden.




Junge Besucher im Nationalparkhaus Torfhaus. Die Zahl der Wege, die ihnen und anderen Wanderern wie auch Langläufern offen stehen werden, will der Nationalpark weiter reduzieren. Archivfoto: Bertram