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Nationalpark zieht weitere Wege ein - GZ vom 24.09.2008
GZ vom 24.09.2008 - Bericht von Oliver Stade
Nationalpark zieht weitere Wege ein

Beteiligung der Gemeinden am neuen Streckenplan beginnt- Diskussionen unter anderem mit Wintersportlern

HARZ. Dem Nationalpark steht nach den Diskussionen um Jagd, Betriebsklima und Borkenkäfer ein weiteres konfliktträchtiges Thema ins Haus. Nach der Fusion der Nationalparke des niedersächsischen und sachsen-anhaltinischen Harzes soll 2011 der erste gemeinsame Wegeplan stehen.


Derzeit beginnt im Westharz im Rahmen der Vorabstimmung die Beteiligung der Kommunen an dem internen Entwurf. An diesem Mittwoch befasst sich mit dem Bau- und Feuerwehrausschuss der Samtgemeinde Oberharz die erste Gemeinde mit dem Vorhaben.
Irritationen gab es auch schon: Wintersportler wunderten sich, dass der Sandweg an der B4 mit schwerem Gerät bearbeitet wurde. Als Skiloipe könne er nicht mehr genutzt werden, klagen Langläufer. Der Nationalpark betont indes, dass nach Kompromissen gesucht werde. Das Beispiel macht deutlich, wie groß die Empfindlichkeiten sind.
Wege mit einer Gesamtlänge von rund 50 Kilometern will der Nationalpark im West- wie im Ostharz zurückbauen, also der öffentlichen Nutzung entziehen. Die für den Wegeplan zuständige Nationalparkmitarbeitern Dr. Andrea Kirzinger relativiert die nackte Zahlenangabe. Überwiegend handele es sich um Forstwege sagt sie. „Es betrifft ganz wenige Wanderwege und Loipen." Kirzinger fügt mit Blick auf den aktuellen Entwurf hinzu: „Alles ist veränderbar."
Nationalparksprecher Friedhart Knolle indes weiß, dass der Wegeplan „Zündstoff" und „Konfliktpotenzial" birgt. Vor allem, wenn es darum geht, mit Feuerwehr, Wanderern, Skiläufern und Mountainbikern nach Kompromissen zu suchen. Knolle sagt aber auch: „Wenn wir ernsthaft Naturschutz betreiben wollen, müssen wir Ruhezonen ausweisen." Dies sei gesetzliches Ziel des Nationalparks.
Unvergessen sind die Ängste und Befürchtungen, die Wolf-Eberhard Barth entgegenschlugen, dem früheren Leiter des Nationalparks Harz. Plötzlich waren die Moore nicht mehr zugänglich und beliebte Loipen wie die am Ackerbruchweg, die früher bis zur Hanskühnenburg führte.
„Und jetzt sind wieder Streichungen vorgesehen", sagt Lars Michael, der als Mitarbeiter der Samtgemeinde Oberharz und Umweltreferent des Niedersächsischen Skiverbandes in doppelter Funktion betroffen ist. Michael sagt: „Das Streckennetz darf nicht ständig weniger werden."
Wintersportfreunde wie Bernd Pichler, Vorsitzender des Ski-Clubs Altenau, sind schon jetzt enttäuscht. Selbst die Loipe, die einst als Alternative zum alten Fastweg zwischen Stieglitz Eck und Torfhaus in etwas niedrigerer Höhenlage gefunden wurde, soll nach dem derzeitigen Entwurf gestrichen werden. „Dabei", sagt Pichler, „wurde die mit großem Aufwand hergestellt." Aber Pichler sagt auch, große Aufregung gebe es nicht. Man müsse die Gespräche abwarten.





Der Nationalpark muss weitere Ruhezonen für die Tierwelt schaffen. Foto: dpa
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