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Gewinner im deutschen Team - GZ vom 25.02.2008
GZ vom 25.02.2008 - Bericht von Björn Gabel
Gewinner im deutschen Team
Daniel Böhm überzeugt bei der Biathlon-EM

Zur erhofften Medaille hat es nicht gereicht, trotzdem darf sich Daniel Böhm als Gewinner der Biathlon-Europameisterschaften in Nove Mesto (Tschechien) fühlen. Der 21-Jährige vom SC Buntenbock war bei seinem Debüt die positive Überraschung im deutschen Team.

In der gestrigen 4-mal-7,5-Kilometer-Staffel brachte Böhm Deutschland als Startläufer sogar zwischenzeitlich auf Medaillenkurs. Vor allem am Schießstand zeigte er eine starke Vorstellung und kam ohne Nachlader aus. Im Stehendschießen verbuchte er sogar die schnellste Zeit seiner Gruppe, zielte noch flotter als der Tscheche Michal Slesingr.

Der Weltklasseathlet hatte in der Loipe allerdings mehr zuzusetzen als Böhm („Es war ziemlich zäh, ich habe mich nicht so fit gefühlt.“), der mit knapp 30 Sekunden Rückstand zusammen mit Russland auf Platz zwei übergab. Am Ende aber reichte es für den Titelverteidiger nur zu Platz vier, da Robert Wick (Zella-Mehlis) einmal in die Strafrunde musste. Toni Lang (Ruhpolding) lief Deutschland zwar noch einmal auf Rang drei, den Christoph Knie (Bad Berleburg) aber nicht halten konnte. Die Medaillen teilten Russland, Norwegen und Gastgeber Tschechien unter sich auf.

„Wir hatten in den Einzelrennen nicht die überragenden Resultate“, sagte Böhm, „aber wir waren auch nicht weit weg. Nächstes oder übernächstes Jahr haben wir die nächste Chance.“

Der Spitzenläufer des Niedersächsischen Skiverbandes (NSV), erst als Letzter auf den EM-Zug aufgesprungen, rechtfertigte das Vertrauen der Trainer auch in den Einzelwettbewerben. Nach dem 16. Platz im Sprint am Freitag verbesserte sich der Jüngste im deutschen Team im Verfolger (12,5 Kilometer) auf Rang 13 und war damit hinter Lang zweitbester Deutscher. Als Stärke erwies sich wieder das Schießen: Böhm kam mit drei Fehlern über die Runden, das mit Abstand beste Resultat aller Deutschen. Ein Fehler weniger hätte ihm sogar einen Platz in den Top Ten beschert, in der sich fast ausschließlich Athleten mit Weltcup-Erfahrung tummelten.
Der bei der Bundespolizei in Bad Endorf stationierte Böhm zeigte sich gewohnt bodenständig und wertete seine Ergebnisse als „ganz ordentlich“. Vor allem im läuferischen Bereich habe er sein Potenzial nicht zu hundert Prozent ausschöpfen können. Das habe unter anderem an einer kurzen Krankheit in der Vorbereitungsphase auf die EM gelegen. Generell würden ihm „fünf Prozent“ fehlen, um ganz vorn anzugreifen. „Ich denke, dass das Potenzial aber da ist.“ Das gute Abschneiden bei der EM gebe auf jeden Fall Motivation für die nächste Saison.
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