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Der Sprung meines Lebens

Der Sprung meines Lebens
GZ-Redakteur Sebastian Krause wagt sich von der Schanze
Ein wirklich mulmiges Gefühl in der Magengegend hatte ich schon lange nicht mehr. Damals, bei den Abitur-Prüfungen in Mathematik, auf jeden Fall – da war es sogar schlimmer. Vor so manch einem Vorstellungsgespräch war das Wohlbefinden auch nicht besonders.
Sportlichen Herausforderungen sah ich bislang gelassen entgegen. Vertrauen in die eigene Stärke ist da. Das gilt aber nur für Sportarten, die ich ausprobiert habe und bei denen ich mich sicher fühle.
Als Kind des Flachlandes gehört Skifahren nicht dazu, Skispringen schon gar nicht. Beim Blick nach oben zu den Brockenwegschanzen in Braunlage war es wieder da, dieses mulmige Gefühl in der Magengegend. Genauso hatte ich es mir vorgestellt.
Zuerst muss eine bedeutende Frage geklärt werden: Welcher Anzug passt? Mit dem ersten, den mir Skisprung-Trainer Jens Koch vom WSV Braunlage zur Verfügung gestellt hat, hätte ich die Materialkontrolle nicht bestanden, der Reißverschluss klemmt. Der zweite ist am Oberkörper zu eng, nur mit Hilfe lässt er sich schließen – das Mittagessen hätte ich mir sparen sollen.

Schon Aufstieg ist schwer

Dann geht es los: Ski anschnallen, auf zur kleinen Schanze, die der WSV Braunlage extra für den Selbstversuch hergerichtet hat, und warm machen. Für einen gänzlich ungeübten Skifahrer wie mich ist das Treten auf dem Hügel schon eine Tortur. „Die skifahrerischen Voraussetzungen sind, sagen wir mal, sehr überschaubar“, stellt Koch schnell fest. Das ist noch vornehm formuliert. Er hätte auch sagen können: „Nicht vorhanden.“
Dennoch geht es die 14-Meter-Schanze hinauf, mehr schlecht als recht. Das Laufen in Skischuhen entpuppt sich als Qual. Kaum Halt, kein Gefühl der Sicherheit, jeder Schritt wackelig. „Das hat schon einen gewissen Unterhaltungswert“, sagt Koch. Ich kann es ihm nicht übel nehmen, so ist es auch. Der Aufstieg fühlt sich an wie eine Ewigkeit.
Oben angekommen geht es schnell wieder runter, Abfahrt üben. In die Hocke gehen, Arme ausbreiten, Gleichgewicht halten. Nach der ersten Fahrt wird das mulmige Gefühl in der Magengegend schlimmer. Worauf ich mich eingelassen habe, wird mir immer bewusster. Ein Zurück kommt aber nicht in Frage. Ich will es mir beweisen, auch wenn es am Ende vielleicht wehtut. Also hoch, weiter üben, nächste Abfahrt. Währenddessen machen Jens Koch und Jens Riemann, Skisprung-Fachwart beim WSV, die Schanze sprungbereit. Der Blick geht nach oben. Da soll ich runter?
Nach der dritten Abfahrt ist es soweit: Koch erklärt, worauf ich zu achten habe, aber auch die Gefahren. Wichtig sei, dass der Körperschwerpunkt bei der Anfahrt zum Schanzentisch vorn liegt. Ich muss mich also kopfüber in die Tiefe stürzen – na, vielen Dank auch. Und bei der Landung Körperspannung halten.

Stiller Moment


Nun sitze ich auf dem Balken. Ganz allein, keiner kann mir mehr helfen. Stille. Koch sagt die entscheidenden Worte: „Willst Du das wirklich machen? Es ist allein Deine Entscheidung.“ Meine Antwort ist: „Ja“. Nun heißt es volle Konzentration: Ski parallel halten, nach vorne beugen, Körperspannung halten. Einmal tief durchatmen, los geht’s. Ich stoße mich vom Balken ab, nach nur wenigen Metern spüre ich die Geschwindigkeit, das Gesicht zittert vom Fahrtwind. Der Schanzentisch kommt näher, der Körper geht nach vorn – für wenige Augenblicke liege ich in der Luft. Das ist dieses unbeschreibliche Gefühl, von dem die Skispringer häufig sprechen – schwer in Worte zu fassen.
Die Anspannung bei der Landung ist enorm: Bloß keinen Fehler machen, in Bruchteilen von Sekunden müssen Beine und Skier eine Einheit bilden. Das klappt, der Aufsprung gelingt, ich fahre stehend über die Sturzlinie. Erst danach schmeißt es mich in den Schnee. Ich stehe auf, schaue sprachlos die Schanze nach oben, auch mit ein wenig Stolz.
„Und, wie war es?“, sagt Koch. „Wahnsinn“, antworte ich. „Willst Du noch einmal?“ „Ja“. Jetzt merke ich, was Skispringen so besonders macht. Wer den Mut hat, aus irrsinnigen Höhen ins Tal zu springen, will es immer wieder tun. Das Gefühl werde ich nicht mehr los.


Der WSV Braunlage hat für den Selbstversuch der GZ eine kleine Schülerschanze vorbereitet.


Trainer Jens Koch (li.) vom WSV Braunlage erklärt, was beim Skispringen alles zu beachten
ist. Aber auch, welche Gefahren es gibt.

Fotos: Lucaßen
aus: Goslarsche Zeitung vom 20.02.2018
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