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Replik auf Kritik der Ministerin - GZ vom 02.04.2008
GZ vom 02.04.2008 - Bericht von Oliver Stade
Replik auf Kritik der Ministerin

Niedersächsischer Skiverband verteidigt Schneekanonen und reagiert auf Attacke von Petra Wernicke

HARZ. Der Niedersächsische Skiverband (NSV) verteidigt den genehmigten, aber umstrittenen Betrieb von Schneekanonen im Nationalpark Harz. Dabei greift der NSV Sachsen-Anhalts Umweltministerin Petra Wernicke an.

NSV-Umweltreferent Lars Michel ist nicht als Mann lauter Worte bekannt. So beklagt er in eher leisen Tönen „eine Vielzahl von leider nicht immer sachgerechten Wortmeldungen". Besonders gewurmt haben muss ihn die Kritik von Sachsen-Anhalts Umweltministerin Petra Wernicke.
In Fragen des Nationalparks, der sich über Flächen Niedersachsens und Sachsen-Anhalts erstreckt, gilt die Christdemokratin als Verfechterin der reinen Lehre. Nachdem Parkleiter Andreas Pusch die naturschutzrechtliche Prüfung beendet und den Betrieb der Anlagen unter Auflagen genehmigt hatte, mahnte sie, es sei „keine glückliche Situation, so etwas im Nationalpark zu machen".


Lenkt die Ministerin ab?

Michel bewertet ihre Kritik als „Streit um Symbole". Er warnt seinerseits davor, „dass der Natur- und Umweltschutz Gefahr läuft, mit Kreuzzügen um Symbole die Akzeptanz und den Rückhalt in weiten Teilen der Bevölkerung zu verlieren". Michel verweist zudem auf die Ausgleichsmaßnahmen, die im Zuge eines Kompromisses gefunden wurden, um den Natureingriff durch die Schneekanonen zu kompensieren und wendet sich etwa gegen Vorwürfe des Umweltverbandes Nabu aus Sachsen-Anhalt. Der hatte gemeint, dem Kunstschnee werde Stickstoff beigemischt.
Klagen von Umweltverbänden gegen die behördlichen Genehmigungen für die im Schutzgebiet liegenden Kunstschneeerzeuger liegen derzeit nicht vor. „Emotional sind wir sehr dagegen. Wenn wir eine Möglichkeit sehen, werden wir sie nutzen", sagt eine Sprecherin des Nabu-Landesverbandes Niedersachsen. Bis zum 14. April sei Zeit. Bis dahin wolle man prüfen, ob die Schneekanonen gestoppt werden können. Nicht unwichtig dafür dürfte die Frage sein, ob der Eingriff in die Natur mit Blick auf die Ausgleichsmaßnahmen als „ausgewogen" gilt. Auch der Umweltverband BUND aus Hannover prüft zurzeit die „rechtlichen Möglichkeiten", erläutert Marita Wuttke, Referatsleiterin Umwelt und Naturschutz.

Etwas ehrlicher

Kritik an den Schneekanonen, aber auch Zustimmung gibt es im Ost- sowie im Westharz. So sagt Dr. Michael Ermrich, Landrat des Kreises Harz und Harzklub-Gesamtverbandsvorsitzender: „Prinzipiell haben wir keine Bedenken."
Aufgrund der Ausgleichsregelungen müssten alle Beteiligten mit der Genehmigung der Beschneiungsanlagen leben können.
Im Ostharz will man auf Schneekanonen ebenfalls nicht verzichten. Schierkes Kurdirektor Dr. Rüdiger Ganske etwa setzt für seine alpinen Pläne „Schierke 2000" auf Kunstschnee. Anders als auf Sonnenberg wurden die entsprechenden Flächen allerdings aus dem Nationalpark herausgelöst, bereits im Jahr 2001. Ermrich meint daher, in Schierke sei man mit dem Konflikt Schneekanonen im Nationalpark „etwas ehrlicher" umgegangen.


Das Biathlon-Leistungszentrum auf Sonnenberg darf mit umstrittenen Schneekanonen arbeiten. Archivfoto: Saigge
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